Glanzlichter mit Gold und Silber
Viele meiner Bilder sind mit Blattgold oder Blattsilber ausgeführt, ich nenne sie Glanzlichter. In dieser Malerei gilt mein Interesse dem Licht, der Farbe und dem Wechselspiel zwischen Reflexion und Wahrnehmung, inspiriert von der Ikonenmalerei ebenso wie von der japanischen Kishi-Schule. Es sind Symbol- oder Sinnbilder, die ein Thema ikonisch konzentrieren.
Im Blumenkranz, 2024, ist eine girlandenartige Anordnung von Blüten aus verschiedenen Jahrhunderten, inspiriert von indischen Druckstoffen und der Manier von William Morris. Die Form geht auf die blumenumkränzten Mariendarstellungen zurück, die Jan Brueghel d. Ä. im 17. Jahrhundert etablierte. In diesem Bild ersetzt ein Marienkäfer die Mariendarstellung.
Die Magnolie zählt zu den Strauchgewächsen und ist eigentlich ein Tulpenbaum.
Symbolisch steht sie für Anmut, Schönheit, wahre Liebe, Reinheit und Kraft.
Sie ist eine Überlebenskünstlerin und offenbar gibt es diese Art schon seit 130 Millionen Jahren! Sie hat demnach schon die Dinosaurier erfreut. Moos ist vermutlich mit ca. 400 Millionen Jahren noch älter. Ihre Überlebenskunst fasziniert. Ich werde es nicht müde den beiden malerisch näher zu kommen.
Das Bild hatte ich für meine erste öffentliche Ausstellung im März 2020 gemalt. Es sollte nur ein zuckersüsses Schokoladenplättchen mit Liebesperlen sein. Einer Ikone gleich auf Goldgrund. Wir konnten die Ausstellung gerade noch mit der Finissage beenden, dann begann die bekannte Mikroben-Geschichte… Ähnliche Bilder von runden Objekten bekamen wir dann täglich in den Medien zu sehen.
Der Green Man entspricht meiner Vorstellung von Kreativität, er fordert auf,
sich mit der Natur zu verbinden. Er entstammt einem vorchristlichen Mythos
und wurde als Schutzfigur an romanischen und gotischen Kirchen übernommen, bis heute an vielen Fassaden zu entdecken, auch in Bern.
William Anderson beschreibt ihn in «Der Greenmann, Archetyp der Erdverbundenheit» (1990) als Symbol der Hoffnung und als Zeichen für das Bündnis zwischen menschlichem Wissen und den Kräften der Natur.
In meinem Malprozess entstehen Bilder entweder intuitiv und spontan oder ich folge einem Bild oder einer Idee. So war es bei den goldenen Äpfeln, inspiriert von einer Erzählung türkischer Beduininnen aus Monika Steinkopfs Buch «Gold», in der goldene Äpfel als Sinnbild für Geschichten stehen, die man weitergibt.









