Blumen malen und zeichnen – mit Farbsäften aus Beeren und Blütenblättern

Blumenbilder malen und zeichnen mit Beeren – ganz einfach, spontan und intuitiv. Geniesse den Spass der Farben von Beeren und Blüten und hol sie aufs Papier. Eine kreative Inspiration mit dem Farbkasten der Natur und ein grosser Spass mit reifen Beeren und Blütenblättern.

 

Hier findest du eine einfache 3-Schritte-Anleitung für dein abstraktes Blumenbild.

 

Überraschungsmomente, Zufriedenheit und frische Energie sind garantiert! Perfektionismus ist unerwünscht. Probier's gleich aus.


Bring die Beeren auf's Papier

Malerei und Zeichnung mit Farbsäften

Du hast Lust zum Malen und Zeichnen, aber du meinst, du kannst es nicht? Dann findest du hier eine super Idee für deine kreative Mal-Inspiration. Gib dir ein paar Minuten Zeit und du wirst sehen - du kannst es!

Oft sind wir mit unseren Bildern nicht einverstanden, weil uns unsere eigenen hohen Erwartungen hemmen oder gar lähmen und wir dann gar nicht erst mit der Malerei beginnen. Wir jagen dem perfekten Bild im Kopf hinterher.

 

Wenn es dir so geht, dann habe ich was für dich: diese Beeren-Schmiererei!

Kreativsein ist ein grosser Spass und Bedürfnis für viele von uns – es schenkt neue, frische Energie und Zufriedenheit.

Material für dein Blumenbild mit Farbsäften

Alles was du für dein Beeren-Blüten-Bild brauchst findest du garantiert überall:

  • ein Stück Papier, Karton oder auch einfach Zeitungspapier,
  • Bleistift oder Kugelschreiber oder am besten beides
  • Beeren aus dem Garten oder vom Spaziergang oder Blütenblätter vom verwelkten Blumenstrauss oder vom Balkon. Wir suchen nach allem, was natürlichen Farbsaft enthält. 

In den folgenden Beispielen habe ich drei Blumenarrangements mit Ligusterbeeren (Gartenhecke), Kermesbeeren, Pfaffenhütchen und mit Blütenblättern von der Geranie geschmiert und kreiert.

 

Wichtiger Hinweis! Gleich nach der Schmiererei die Hände waschen und wenn du es mit Kindern ausprobierst - Gummihandschuhe anziehen. Die meisten Beeren sind giftig.

 

Wunderbar funktioniert Ligusterbeere von Gartenhecken für blau-violett, orange des Pfaffenhütchens und alle bunten Blütenblätter. Alternativ kannst du auch Heidelbeeren oder ein Stück Rotkohl oder Rote Beete/Randen als Beerenersatz verwenden. Die Farben fallen, je nach ph-Wert des Papiers unterschiedlich aus.

Einfache 3-Schritte-Anleitung für dein abstraktes Blumenbild

So einfach geht's

1. Schritt: Blütenblatt mit dem Finger auf dem Blatt zerdrücken und dabei den Farbsaft verteilen

2. Schritt: Mit einem Stift Blütenblätter um die Farbflächen kritzeln oder zeichnen

3. Schritt: Mit einem dunklen Stift (Kugelschreiber oder Fineliner) Akzente setzen, die Tiefe erzeugen. 

Beispiel 1 - Blumenstrauss aus Geranienblüten

1. Schritt: Blütenblätter oder Beeren zerdrücken

Lege ein Blütenblatt oder eine Beere auf ein Stück Papier oder Karton und prüfe den Farbsaftgehalt und die Farbqualität, indem du es/sie mit dem Finger auf dem Papier zerdrückst. Verreibe das Blütenblatt oder das das Fruchtfleisch der Beere mit dem Finger und fabriziere dabei ein paar Farbflächen und Punkte. Das helle Papier darf an manchen Stellen sichtbar bleiben. 

2. Schritt: Konturen zeichnen

Dann nimmst du den Bleistift und kritzelst um die Farbflächen- und Punkte ein paar blattähnliche gerundete Linien. So als wäre die Fläche der Blütenstempel. Es muss noch nach gar nicht viel aussehen. Einfach kritzeln!

Dabei merkst du vielleicht, wie du ins Stocken gerätst. Mach dir nichts daraus – mach einfach weiter. Zeichne schnell mit flotten Linien und höchstens 1-2 Minute lang.

Probiere auch den Kugelschreiber aus und male die Bleistiftzeichnung nach, oder nur ein paar Linien davon. Du kannst auch ein, zwei, drei Stiele zeichnen und eventuell ein paar Schatten in Form von feinen Sticheln in den Blütenblättern und entlang der Farbflächen.

 

Es muss nicht wahnsinnig naturgetreu aussehen. Deine Zeichnung darf abstrakt und frei sein. Unser Auge ergänzt den Rest.

 

Bei dieser kreativen Inspiration geht es nicht um Perfektionismus, sondern um Spass an den Farben von Beeren und Blüten und um Freude an der Malerei mit dem Farbkasten der Natur.

3. Schritt: dunkle Tiefen

Zum Schluss setzt du mit dem Kugelschreiber im mittleren Bereich ein paar dunkle Akzente. Das verleiht den Blüten Tiefe.


Beispiel 2 - Blumenbild aus Beeren

Im zweiten Beispiel siehst du mein Experiment mit Beeren: blaue Ligusterbeere, violette Kermesbeere und orangefarbene Samen der Pfaffenhütchen erzeugen ein wahres Feuerwerk. Ich habe die starken Farben abschliessend mit Pastellkreide überarbeitet.


Beispiel 3 - Blumen mit Beeren und Blütenblättern auf Acrylfarbe

als Papier lässt sich alles verwenden, alte Ausschusspapiere finde ich immer besonders toll. So ist das nächste Beispiel auf einem Papier entstanden, auf dem ich einen Pinsel von roter Acrylfarbe gereinigt hatte. Der Vorgang ist derselbe, wie oben beschrieben.


weil es so schnell geht und Spass macht, bleibt es meist nicht bei einem Bild...


Der Zauber der Vergänglichkeit

Diese Kunstwerke aus Blütensäften sind natürlich vergänglich. Die Farbsäfte sind nicht sehr lange lichtecht und verblassen mit der Zeit. Aber das macht nichts – im Gegenteil, du wirst sehen, wie sich dein Bild im Laufe der Zeit verändert. Und dann hast du die Gelegenheit den zweiten Schritt zu gehen und deinen Blumenstrauss malerisch mit Pastellstiften, Aquarell- oder Gouachefarbe oder mit Buntstiften auszugestalten. Die Vorlage dafür hast du mit deiner Beeren-Schmiererei bereits geschaffen.

 

Mich fasziniert an dieser malerisch-zeichnerischen Spielerei die kühne Frische der schnellen spontanen Arbeit. Diese Beeren-Schmiererei befreit den Geist und schenkt Zufriedenheit.

Geniessen oder weiter malen

Stelle dein Blumen-Bild an dein Bett oder deinen Arbeitsplatz und erfreue dich daran. Verschicke es als Postkarte oder verwende es als Ausgangslage und male weiter daran, indem du es mit Pastellstiften oder Aquarellfarben ausarbeitest und verfeinerst.

 

Deiner künstlerischen Freiheit sind keine Grenzen gesetzt!

 

Experimentiere mit verschiedenen Beeren und Blütenblättern – du entwickelst einen ganz neuen Blick auf die Pflanzenwelt – ich kann auf meinen Spaziergängen an keinen Beeren mehr vorbeilaufen, ohne sie auf ihren Farbgehalt hin zu testen….


Nicht alle Beeren besitzen Farbstoffe, aber du wirst es ausprobieren.

 

Die Beeren bitte nie essen – die meisten sind giftig!

 

Und wenn du noch mehr zu den Pflanzensäften und Färberpflanzen wissen möchtest und richtig in die botanische Materie eintauchen willst, dann empfehle ich dir das Buch "Färberpflanzen" von Eberhard Prinz.



Ich wünsche ich dir viel Spass beim Ausprobieren!

Geniesse die Überraschungsefekte, experimentiere mit den verschiedenen Pflanzen und sei mutig beim Draufloskritzeln.

Über dein Feedback im Kommentar freue ich mich immer sehr.

 

Und wenn du mehr kreative Inspirationen gebrauchen kannst, dann abonniere meinen Newsletter für weitere Anregungen, Tipps und Tricks rund ums Kreativsein.

 

 

Ein Blumenstrauss für dich und liebe Grüsse,

Julia



Das aktuelle Workshopangebot Herbst / Winter 2021 im Atelier und Online findest du hier:

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