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Stelle dir eine dieser Fragen und schreib einen Text dazu. Fang einfach an:

  • Was kann ich ganz besonders gut?
  • Was wollte ich schon immer mal machen?
  • Wer würde ich gerne sein?

Probier's gleich mal aus - wahr oder geflunkert?

Ich habs gemacht und zeig es dir ;)

 


Ja, das habe ich gemacht und einfach drauflos geplaudert. Vor drei Jahren, also lange vor Corona. Ich hatte ursprünglich vor, einen Blog zum Thema Text zu schreiben, an mehr kann ich mich nicht erinnern. Mein Geschreibsel wurde jedenfalls ein Selbstläufer und hat total Spass gemacht. Vor ein paar Tagen habe ich diesen Text beim Aufräumen in meinen Unterlagen gefunden und ihm spontan einen Platz auf einem Schälchen aus Pappmaché gegeben.

Probie's selbst und einfach drauflos! Also:

"Was ich wirklich ganz besonders gut kann ist Vorlesen. Das sagt immerhin mein Sohn und ich finde es stimmt. Das kann ich wahrscheinlich sogar besser, als Schreiben. Doch beides mache ich gern. Manchmal habe ich nicht viel zu sagen und dann plaudere ich einfach so vor mich hin und habe dabei immer diese geschriebene Stimme im Ohr. Und heute gibt es keine Fotos, keine bunten Bilder von mir, sondern nur Text. Text, Text, Text, Worte in gedruckter Form soweit das Auge reicht. Nicht einmal Absätze gibt es heute. Ganz zum Trotz aller Blogger-Regeln. Wie schön immerhin, dass ich einen Blog habe, da lasse ich jetzt fröhlich meine Texte in die Welt hinaus flattern. Und du darfst sie lesen. Du musst aber nicht. Vielleicht erwartest du von mir, dass ich etwas zu sagen habe? Natürlich habe ich das, aber es ist so viel, dass ich es nicht in diesen Beitrag pressen kann. Und auch nicht will. Zu persönlich, unanständig, verwegen, entblössend, peinlich, frustrierend, lachhaft, beschämend, rätselhaft, skurril, übertrieben, erfunden, gelogen. Ha, habe ich es mir gedacht – genau das interessiert dich? Na also schön, hör zu: Zu wenig über das zu schreiben, was mich bewegt, macht alles so ungenau und um ein Buch zu schreiben fehlt mir die Lust und die Zeit. Das stelle ich mir auch richtig langweilig vor. So allein in meinem Kämmerlein zu sitzen und vor mich hin zu tippen. Da male ich lieber. Oder, ach ja, habe ich dir erzählt, dass ich nächsten Montag einen Nähkurs beginne? Echt! Ich freue mich schon wie verrückt. Es soll ein Wickelkleid werden, wie ich schon zwei davon habe. Mein Problem sind einfach die Farben im Herbst. Ich liebe Kleider, aber nicht in Grau und Schwarz und schon gar nicht in Braun. Also soll etwas farbiges meinen Körper schmücken.

Bitte sei mir nicht böse – es musste heute einfach sein. Und es hat gutgetan! Und es ist mir gerade beim Schreiben eine Idee gekommen (glaub es oder nicht, das war überhaupt nicht geplant!). Weißt du was ich jetzt mit dem Text mache? Genau, ich werde ihn in Times New Roman formatieren und auf A4 ausdrucken, als wäre es eine Buchseite. Und dann benutze ich ihn als Bildträger für mein nächstes kleines Bild. Und das zeige ich dir dann. Siehst du, so geht es mir. Die Ideen kommen beim Tun und Machen, unter der Dusche oft auch in der Strassenbahn. Und so fing es heute mit diesem Text auch an. In der Stadt hatte ich mir heute ein Buch gekauft, von einem Autor, den ich nicht kenne: Heinrich Steinfest. Eigentlich wollte ich ein Buch von Andreas Steinhöffle haben, das gab es aber nicht. Ich liebe seine Art zu schreiben und seinen Humor. Jedenfalls ist es lustig, dass die beiden Namen ähnlich klingen und sogar gewisse ¨Ähnlichkeit im Schreibstil haben. Finde ich. Gleich auf der ersten Seite von „Der Allesforscher“ steht dieser Satz, der mir diese Idee eingab: „...und dass in dieser Geschichte sehr, sehr lange nichts gutgehen wird.“ Was für ein genialer Satz! Da klingen schon die Wirren und Tücken des Lebens mit UND, in der Art, wie Herr Steinfest das schreibt, auch eine amüsante Haltung, damit umzugehen. Auf jeden Fall scheint er nicht sarkastisch oder zynisch zu sein. Beides habe ich gar nicht gern. Ich liebe Humor und finde er steht uns Menschen auch besser. O.K. dann erzähle ich dir jetzt was von mir und einem irren Erlebnis, als ich auf einer Kurierfahrt von Zürich nach Los Angeles am Strand von St. Barbara diesen verrückten sexorientierten Russen kennengelernt habe und mit ihm stundenlang mit seinem Mercedes Offroader durch LA’s Parkgaragen gefahren bin. Gerast bin, mit quietschenden Reifen haben wir uns in die Kurven gelegt. Dabei haben wir Marylin Mason gehört, so laut, dass ich dachte, jeden Moment greift uns die Polizei auf. – einfach so, weil wir Lust dazu hatten. Nein, wir waren keine 18 mehr. Er war um die 50 und ich Mitte Dreissig. Und wie ich dann bei meiner Rückkehr in Zürich blank entsetzt bei meiner Internetrecherche feststellen musste, dass er ... na egal. Hier kann ich es ja schreiben, dieser Blogbeitrag wird sowieso nicht gelesen und auch nicht von google gepusht – also weiter, weil ich gerade so in Fahrt bin erzähle ich dir auch noch, wie ich den schlauen Tipp einer angeblichen Freundin folgend vor 25 Jahren von meiner Aufnahmeprüfung an der Hochschule der Künste in Braunschweig zum Studium für Grafikdesign ein paar Gläser Sekt getrunken habe – ich war dermassen aufgeregt. In der Prüfung sollten wir eine kurze Werbeanzeige in Bildern zeichnen. Möglichst ohne Text. Knackig, so das Lieblingswort, sollte sie sein. Das ist ja Banane, dachte ich und sofort fiel mir diese… naja. Da fiel mir nach den Gläschen nur noch diese komische Geschichte von zwei Bananen ein, die auf ihrer Reise so manche lustigen Abenteuer erlebten. Es wurde sehr viel Text und nur ein Titelbild. Ziel nicht erreicht. Glück gehabt, wer weiss wohin mich das Studium geführt hätte... jedenfalls... Hilfe, halt holt mich jemand hier raus. Mir kommen auf einen Schlag so viele absurde Erlebnisse in den Sinn… Und jetzt du! Schreib was du willst, und soviel du willst. Schreib auf Papier, in den Computer, mit der Schreibmaschiene (sieht bestimmt toll aus. Hab gar keine, aber meine Mutter hat auf jeden Fall noch ihre schwere alte von Olympus) eine sms oder unten in den Kommentar - alles! Alles, was dir in den Sinn kommt."

Ich freue mich jedenfalls von dir zu lesen. Herzliche schreibfreudige Grüsse, Julia

 

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